Musikverein Gerlingen

Musikverein Gerlingen
Zwei große Musiker gewürdigt PDF Drucken E-Mail
  
Montag, 07. März 2016 um 08:30 Uhr

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Gerlingen  Julius Fucik und Frank Sinatra standen im Mittelpunkt eines umjubelten Konzerts

Der eine wurde vor 100 Jahren geboren, der andere starb vor 100 Jahren. Die Gerlinger Musiker würdigten beide.

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Mit langem Applaus dankten die Zuhörer den Gerlinger Musikern für ihr Konzert. Dirigent Marc Siewer leitet ein Ensemble, das nicht nur mit typischer Orchestermusik umzugehen weiß. Im Hintergrund: Bürgermeister Bernd Clemens am Schlagwerk. Fotos: baka

baka ■  Wer im vergangenen Jahr das Konzert des Musikvereines Gerlingen besucht hat, war begeistert und konnte sich sicher nicht vorstellen, dass sich die Musikerinnen und Musiker noch steigern können. Am Samstagabend bewies der Musikverein in der vollbesetzten Aula des Konrad-Adenauer-Schulzentrums, dass er durchaus noch einen „draufsetzen“ kann. Ein außergewöhnliches Programm mit anspruchsvoller Literatur sorgte bei dem Auditorium für großen Anklang und immer wieder langen Applaus.

 

Zu Beginn begrüßte Vorsitzender Rainer Dornseifer im Publikum Pfarrer i. R. Pastor Hans-Joachim Bogdoll, die beiden Vertreter der örtlichen Geldinstitute und Mitglieder der Schützenvereine, bei denen die Gerlinger aufspielen. „Ich hatte im Rathaus angefragt, ob Bürgermeister Bernd Clemens am heutigen Abend bei uns zu Gast sein kann, doch dort hieß es, dass der Bürgermeister einen persönlichen Termin habe“, erzählte Dornseifer mit einem Augenzwinkern und begrüßte dann Bernd Clemens, langjähriges aktives Mitglied des MV Gerlingen, auf der Bühne am Schlagwerk.

 

„Wir haben zwei 100-jährige Jubiläen als Rahmen für unser diesjähriges Konzert genommen“, erläuterte Dornseifer, der humorvoll durch den Abend führte. Komponist Julius Fucik wurde 1872 in Prag geboren und verstarb vor 100 Jahren in Berlin. Und der große Frank Sinatra wäre mittlerweile 100 Jahre alt, Grund genug, um rund um diese beiden Persönlichkeiten ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten.

 

Und gleich zu Beginn ging es dann auf hohe See. Der feierliche Stapellauf des Kreuzers „Viribus unitis“ im vergangenen Jahrhundert inspirierte Fucik zu dem Konzertmarsch „Unter der Admiralsflagge“. Schwungvoll stachen die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Marc Siewer in See; mit Tönen die wie eine leichte Brise durch die Aula schwebten, ging es dann auf das offene Meer hinaus. Bei dem zweiten Stück, einer Ouvertüre von Fucik, erlebten die Zuhörer das quirlige Leben an der wunderschönen Adria. Dabei bewiesen die Gerlinger, dass sie konzertant auf höchstem Niveau spielen können. Das leichte und beschwingte Querflötenspiel von Theresa Wurm und Maren Nebeling stand als Sinnbild für das unbeschwerte Leben an der Küste. Dazu leichte Klarinetten und ein keckes Glockenspiel, in jeder Note wurde die Sehnsucht nach Kroatien geweckt.

 

Still und besinnlich erklangen dann Töne, die zum Träumen und Innehalten einluden. Dann vor dem inneren Auge ein mitreißender Zigeunertanz, bei dem die Finger der Musiker voller Temperament über die Instrumente tanzten, mit einem fulminanten Finale. Es war großes Können, was der Musikverein zu Gehör brachte, und das wurde mit langem Applaus belohnt. Sicher auch für Peter Avenarius, der am Tenorhorn zum ersten Mal bei diesem Konzertereignis dabei sein durfte. „Wir haben unser Programm hoch demokratisch zusammen gestellt und nach der sehr kräftig endenden Ouvertüre wollten wir etwas schönes Kleines spielen, und wir alle sind der Meinung, dass wir das Richtige gefunden haben“, kündigte Dornseifer dann „Gabriella´s Sang“ an. Der Soundtrack aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ erzählt die Geschichte, wie sich die schüchterne Gabriella mit Hilfe der Musik emanzipiert und sich endlich von ihrem gewalttätigen Ehemann trennt. Diese Musik rührte zutiefst bis ins Herz, und Guido Simon mit seinem Sopransaxophon ersetzte den Gesang auf eindrucksvolle Weise. Langer Beifall von den bewegten Zuhörern, aber auch von Dirigent Marc Siewer und den Musikerkollegen für Guido Simon, der wieder einmal sein ganzes Können unter Beweis gestellt hatte.

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Der Musikverein spielt seit vielen Jahren auf seinen Konzerten Stücke des Komponisten Philip Sparke, so auch am Samstag. Wohl jeder kennt die heimliche Hymne der Schotten, „Highland cathedral“, die 1982 von den beiden Deutschen Michael Korb und Uli Roever komponiert wurde. Sparke erschuf in den drei Sätzen, „Ardross Castle“, „Alladale“ und „Dindonell“ eine Suite, die einfach mitreißend ist. Ein leiser Windhauch erklang, melancholisch und leise, fast sanft konnte man durch die Klarinette von Thomas Dornseifer die Stille und Schönheit der ungezähmten Landschaft in Schottland erleben. Dann setzte das große Orchester ein, wildes, aufwühlendes Schlagwerk zeugte von dem Kampf der Aufständischen gegen die englische Macht. Das Saxophon-Trio mit Steffen Menne (Sopran-Saxophon), Peter Clemens (Alt-Saxophon) und Roland Will (Tenor-Saxophon), sorgte im zweiten Satz für einen gefühlvollen und doch leichtfüßigen Hörgenuss, begleitet von einem zurückhaltendenh Orchester. Fast martialisch sorgte das mächtige Schlagwerk und fanfarenartige Blechbläser bei steigendem Tempo für eine große Klangfülle, die mit fast jubilierenden Tönen das Finale des Stückes einläutete. Ein einfach mitreißendes Hörerlebnis der Extraklasse, aber auch echte „Schwerstarbeit“ für Dirigent und Musiker. Mit langem Applaus wurden die Musikerinnen und Musiker in die Pause entlassen.

 

Auch im zweiten Teil des Konzertes war die Literatur geprägt von der großen Spielfreude des Musikvereines. Zum Auftakt die Filmmusik zu „Captain America“ als schwungvoller Marsch, bei dem der dominante Bläsersatz überzeugen konnte, ehe die Filmmusiken von Nino Rota folgten. „Wenn jemand sagt, dass alles, was ich in meiner Musik zum Ausdruck zu bringen versuche, ein wenig Nostalgie, viel Humor und Optimismus ist, dann entspricht das genau dem, wie man sich später an mich erinnern soll“, wird Rota zitiert. Aus seiner Feder stammen unsterbliche Melodien wie „Der Pate“, „Krieg und Frieden“, „Der Leopard“ und „La Dolce Vita“. Als dann Friedhelm Scholl in seinem Posaunensolo das weltbekannte Thema aus „Der Pate“ eindringlich spielte, spürte man hautnah, warum diese Melodien unsterblich sind. Der Wilde Westen in Wenden, „Silverado“, endlose Prärie mit Rinderherden, Cowboys und Banditen, die in Staubwolken dem Sonnenuntergang entgegenreiten, musikalisch intensiv dargestellt von Hornregister und Klarinetten.

 

Er wäre am 12. Dezember 2015 100 Jahre alt geworden: Frank Sinatra. Seine legendäre Musik vertonte der Musikverein mit einem überzeugendem Trompetensatz, dem Bariton-Solo von Thomas Dornseifer bei „It was a very good year“ und Christine Harnischmacher mit ihrem Posaunensolo bei dem berühmten „My way“.

 

Es war ein wirklich großartiges Konzert der Gerlinger und die Besucher forderten mit langem Applaus Zugabe. Nachdem „Bessarabyanke“ gespielt war, gab der Musikverein eine weitere und ganz besondere Zugabe. Zu Ehren des langjährigen Vorsitzenden des Musikvereines Gerlingen, Gerd Dornseifer, der in der vergangenen Woche seinen 75. Geburtstag feierte, spielten die Musiker für ihn „Die Regimentskinder“. „Für uns und besonders für mich als 1. Vorsitzender ist er bis heute ein wichtiger Ansprechpartner, und er ist als Beisitzer im Vorstand ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Jung und Alt“, lobte Rainer Dornseifer das „Geburtstagskind“. Mit einer gemeinsamen Party nach dem Konzert feierten Musikerinnen, Musiker und Besucher einen äußerst gelungenen Konzertabend.

Aktualisiert ( Montag, 07. März 2016 um 08:36 Uhr )
 
Jahreskonzert 2016 PDF Drucken E-Mail
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Konzertprogramm:

Unter der Admiralsflagge

Julius Fučík

Jan W. Singerling



Marinarella

Ouvertüre

Julius Fučík

Wil van der Beek



Gabriella’s Sång

Stefan Nilsson/Py Bäckman Lars Erik Gudim



Suite from “Hymn of the Highlands”

Philip Sparke

1. Ardross Castle


2. Alladale


3. Dundonnell

2. Teil

 



 

Captain America March

Alan Silvestri

Arr. Michael Brown

 



 

Nino Rota Film Music

Nino Rota

Arr. Marcel Peeters

 



 

Silverado

Bruce Broughton

Arr.: Roland Smeets

 



 

Frank Sinatra in Concert

The Voice for Band”

Walter Ratzek (Arr.)

 





 

 
Mit neuer Satzung in die Zukunft PDF Drucken E-Mail
  
Freitag, 19. Februar 2016 um 16:19 Uhr
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Musikverein ehrte verdiente Mitglieder und wählte Vorstand neu
Berthold Wurm ist seit 50 Jahren aktiver Musiker im Verein.
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Rainer Dornseifer (l.) ehrte Christine Harnischmacher und Lars Büdenbender. Krankheitsbedingt fehlte Berthold Wurm.
Eine umfangreich überarbeitete Satzung stand neben Ehrungen und Neuwahlen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Musikvereins Gerlingen.
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Viele „Hörgeschenke“ verteilt PDF Drucken E-Mail
  
Montag, 28. Dezember 2015 um 18:03 Uhr
baka Die St.-Antonius-Kirche in Gerlingen war am frühen Sonntagabend voll besetzt, als durch das große Gotteshaus „Wir sagen euch an den lieben Advent“ klang – festlich intoniert vom Musikverein Gerlingen unter Leitung von Marc Siewer.
Der Kirchenchor St. Antonius, der Männerchor „1881“, der Frauenchor „Pro Musica“ sowie der Musikverein hatten zu einem gemeinsamen Adventskonzert eingeladen.
Diakon Hermann Klement begrüßte die zahlreichen Besucher: „Wir erleben hier vier ganz unterschiedliche Vereine, die uns heute auf eine besondere Zeit einstimmen wollen. Ich wünsche jedem von uns, dass wir in der nächsten anderthalb Stunde die Melodie hören, die uns wirklich abtauchen lassen aus dem Trubel des Alltagsstresses und der Arbeitswelt. Musik, die uns frei sein lässt und uns die Möglichkeit gibt, sich fallen zu lassen.“
Mit dem eingängigen „Tepje Pojem“ und dem berührend vorgetragenen „Dona nobis pacem“ begann der Kirchenchor St. Antonius unter Leitung von Helmut Stahl und sang bei „Alles was atmet“ einen wahren Jubelgesang zu Ehren des Herrn. Der Männerchor „1881“ unter der Leitung von Thomas Weidemann faszinierte bei „Abends im Walde“ mit großer Stimmfülle und leitet dann schwungvoll zu dem Gospel „Somebody´s knocking“ über. Es folgte, „Maria durch ein’ Dornwald ging“, ein wohlvertrautes Lied mit einem Text, der leider auch heute noch hochaktuell ist, wie Rainer Dornseifer, Vorsitzender des Musikverein Gerlingen, erläuterte. „Vieles von früher hat frappierende Ähnlichkeit mit der Zeit, als Jesus zur Welt kam, es gab auch damals Flucht und Vertreibung. Zu uns kommen heute Menschen, die Gastfreundschaft und Hilfe suchen. All das ist in dem Lied zu hören.“ Dabei wies Dornseifer darauf hin, dass Jesus natürlich kein Kind des Abend- sondern des Morgenlandes war. Dementsprechend war die Literatur überraschend umgeschrieben – mit leichten Bongoklängen zu Beginn und einem Schlagwerk, das die immer schwerer werdenden Schritte der langen Flucht hörbar machte. Dazu intensives Horn als beherrschendes Thema und Klarinetten, die orientalische Lebensfreude vermittelten. Die ganze Weihnachtsgeschichte war in einem Lied vereint.
Für wahre Gänsehaut sorgte dann die Musikerin Lea Wurm, die nicht nur ihr Instrument exzellent beherrscht, sondern mit ihrer warmen Stimme bei „Have yourself a merry little christmas“, begleitet vom Musikverein, in eine verzaubernde Weihnachtswunderwelt entführte und viel verdienten Beifall von den begeisterten Besuchern bekam.
Der Frauenchor „Pro Musica“ mit seinem musikalischem Leiter Tobias Hellmann begann mit dem bekannten „You raise me up“, dem leise und behutsam „Mary did you know“ folgte. Begleitet von Klavier, Querflöte und kleinem Trömmelchen war auch das melodiöse „Our island barque“ ein „Hörgeschenk“ für alle Besucher.
Viele weitere adventliche und weihnachtliche Musikstücke und ein gemeinschaftlich gesungenes „Macht hoch die Tür“ sorgten für ein rundum gelungenen konzertanten Adventsnachmittag, bei dem nicht nur die Ohren, sondern auch die Herzen der Besucher erreicht wurden.
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baka Die St.-Antonius-Kirche in Gerlingen war am frühen Sonntagabend voll besetzt, als durch das große Gotteshaus „Wir sagen euch an den lieben Advent“ klang – festlich intoniert vom Musikverein Gerlingen unter Leitung von Marc Siewer.

Der Kirchenchor St. Antonius, der Männerchor „1881“, der Frauenchor „Pro Musica“ sowie der Musikverein hatten zu einem gemeinsamen Adventskonzert eingeladen.

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Diakon Hermann Klement begrüßte die zahlreichen Besucher: „Wir erleben hier vier ganz unterschiedliche Vereine, die uns heute auf eine besondere Zeit einstimmen wollen. Ich wünsche jedem von uns, dass wir in der nächsten anderthalb Stunde die Melodie hören, die uns wirklich abtauchen lassen aus dem Trubel des Alltagsstresses und der Arbeitswelt. Musik, die uns frei sein lässt und uns die Möglichkeit gibt, sich fallen zu lassen.“

Mit dem eingängigen „Tepje Pojem“ und dem berührend vorgetragenen „Dona nobis pacem“ begann der Kirchenchor St. Antonius unter Leitung von Helmut Stahl und sang
Aktualisiert ( Montag, 28. Dezember 2015 um 18:15 Uhr )
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