Gerlinger servieren konzertante Köstlichkeiten

GERLINGEN.   Wenn die Gerlinger Musiker zu ihrem Jahreskonzert einladen, machen sie mehr als nur einen guten Job. Sie begeistern immer wieder aufs Neue, schenken ihrem Publikum eine Zeit voll konzertanter Köstlichkeiten, wunderbarer Melodien und magischer Momente und greifen dabei tief in die Schatzkiste wertvoller Kompositionen quer durch die Musikgeschichte.

Wenn die Gerlinger Musiker zu ihrem Jahreskonzert einladen, machen sie mehr als nur einen guten Job. Sie begeistern immer wieder aufs Neue, schenken ihrem Publikum eine Zeit voll konzertanter Köstlichkeiten, wunderbarer Melodien und magischer Momente und greifen dabei tief in die Schatzkiste wertvoller Kompositionen quer durch die Musikgeschichte.

Stets mit dabei Alfred Reed (1921-05), einer der bedeutendsten Komponisten für die Entwicklung der Blasorchestermusik im Allgemeinen und den Musikverein Gerlingen im Besonderen. „Sixth Suite for Band“ sowie „Curtain up“ standen von dem Amerikaner in diesem Jahr auf dem Programm und damit unterschiedlichste Arrangements, die zeigten, wie gut aufeinander abgestimmt das Zusammenspiel des gesamten Orchesters ist und wie technisch perfekt die einzelnen Register und Solisten sind. Auf der Bühne saßen auch vier Nachwuchsmusiker, die zum ersten Mal bei diesem Konzertereignis dabei waren: Schlagzeuger Christian Körn, Flötistin Sofia Colucci, Fagottistin Elisabeth Harnischmacher und Klarinettist Christopher Schurig.

Anrührendes Flötenduett

Mit dem „UNO-Marsch“, komponiert in den 1960 von dem Österreicher Robert Stolz (1880-1975), eröffnete der durchweg überzeugende Abend unter der Leitung von Marc Siewer „als Verbeugung vor der friedenstiftenden Mission der Vereinten Nationen in einer Zeit voller Kriege und Krisen“, wie Moderator Rainer Dornseifer in seiner gewohnt souverän-sympathischen Manier erklärte. Weiter ging es mit Suppés „Pique Dame“. Die Operette aus dem Jahr 1864 wurde nie ein großer Erfolg, die Ouvertüre aber erlangte Weltruhm. Erwähnenswert hier besonders das anrührende Flötenduett von Maren Nebeling und Theresa Wurm.

Letzterer blieb kaum Zeit zum Luft holen, im nächsten Stück schon – dem Soundtrack zu „Schindlers Liste“ – spielte sie das ergreifende Solo des ohnehin bewegenden Themas mit Bravour. Sozusagen meisterhaft in dem Stück „Fnugg Blue“ auch Tubist Daniel Ridder, der im Alter von 15 Jahren im Musikverein Gerlingen mit der Posaune begann. Später wechselte er zur Tuba, studierte sodann Orchester-Musik, ist heute bei diversen namhaften Ensembles engagiert, Endorser bei einem renommierten Blechblasinstrumentenhersteller und überdies Solo-Tubist im Musikkorps der Bundeswehr. Das effektreiche Stück, das seinem Spieler außergewöhnliche Fähigkeiten abverlangt, demonstrierte wahrlich eindrucksvoll, dass die Tuba nicht nur ein Orchesterinstrument in der tiefen Lage ist, sondern durchaus das Zeug hat, in ganz besonderer und überraschender Weise zu unterhalten.

Ganz entspannt, fröhlich und sicherlich für so manchen verbunden mit vielen Kindheitserinnerungen folgte Musik aus dem „Dschungelbuch“. Absoluter Höhepunkt hier der Geierchor mit Uwe Werthebach, Steffen Menne, Stefan Clemens, Lea Wurm und Bernd Niklas. „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ und der brasilianische Samba „Tico Tico“ standen zum offiziellen Abschluss eines höchst abwechslungsreichen Konzertes, bei dem die bestens aufgelegten Gerlinger unter dem Taktstock eines überzeugenden Dirigenten die ganze Bandbreite ihres Könnens durchmaßen und Blasmusik auf höchstem Niveau präsentierten.

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